Beim letzten Modellregionen-Workshop wurden viele positive Bilanzen gezogen. In der Frage der Interoperabilität bei der Ladeinfrastruktur bleibt offen, welcher Weg zukünftig beschritten werden sollte.

Wien (18.4.2013) Am Donnerstag veranstaltete EMPORA E-Mobile Power Austria einen abschließenden Modellregionen-Workshop. Dabei wurden Erfahrungswerte aus der Operationalisierung präsentiert und zukünftige Lösungen für die regionen- und länderübergreifende Nutzung von Ladeinfrastruktur diskutiert. In den Räumlichkeiten von VERBUND begrüßte EMPORA neben den Projektpartnern, Vertretern der österreichischen Modellregionen und Vertretern des Klima- und Energiefonds, BMVIT und BMLFUW auch den Direktor der Schweizer Mobilitätsakademie, Jörg Beckmann.

Evaluierungen bringen durchwegs positive Ergebnisse

In der Modellregion VLOTTE (Vorarlberg) wurden mit den 400 E-Fahrzeugen bisher bereits mehr als 5 Millionen Kilometer zurückgelegt, neben Ladesäulen wurden auch Photovoltaikanlagen und ein Kleinwasserkraftwerk errichtet. Aus dem Feedback der Nutzer ergab sich zudem, dass Elektroautos immer häufiger vom „Zweitauto zum Erstauto" werden. Christian Eugster von VLOTTE präsentierte die weitere Entwicklung der Modellregion und betonte die Notwendigkeit, die (zukünftigen) Nutzern von Elektromobilität ausreichend zu informieren und ihnen die Möglichkeit zum Testen der neuen Technologie zu geben. Einen Eckpunkt des EMPORA-Projekts bildet die Evaluierung von praktischen Erfahrungswerten von Nutzern von E-Autos. Insgesamt sehr positive Reaktionen zeigen sowohl unerfahrene als auch erfahrene Nutzer von Elektroautos, besonders bei Kurzstrecken unter fünfzehn Kilometern wurde das E-Auto sehr häufig genutzt – und diese Strecken machen auch derzeit die meisten Fahrten mit fossil betriebenen PKWs aus. Änderungen zeigen sich darüber hinaus beim Fahrverhalten.

Schnellladestationen in der Schweiz, Vernetzung der österreichischen Modellregionen

Jörg Beckmann stellte das Schweizer Projekt EVite vor: Diese Initiative hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, den Ausbau von Schnellladestationen in der Schweiz voranzutreiben und Stück für Stück ein flächendeckendes Netz von Ladeinfrastruktur zu organisieren. Anders als in Österreich werden in der Schweiz E-Mobility Aktivitäten in der Umsetzung nicht gefördert. EVite geht hier einen wesentlichen Schritt in Richtung einheitlicher Implementierung: Gemeinsam mit Technologieprovidern wurde zum Beispiel ein einheitlicher Sockel für Schnellladeinfrastruktur festgesetzt, der zukünftigen Betreibern der Ladeinfrastruktur die Installation erleichtern soll. In Bezug auf die Interoperabilität („Roaming") von Ladeinfrastrukturen wurden mögliche Lösungen für die Vernetzung von Modellregionen diskutiert. Herbert Princ (A1) berichtete unter anderem von den aktuellsten Entwicklungen in der Kooperation zwischen EMPORA und dem europäischen Green eMotion-Projekt. Mit der zunehmenden räumlichen Nähe der einzelnen Modellregionen wird eine uneingeschränkte Nutzbarkeit für den Endkunden immer dringlicher, EMPORA entwickelt hier einheitliche Schnittstellen für E-Mobility Provider.